
Ich wollte herausfinden, ob ein Erziehungsprogramm wirklich verhindern kann, dass man abends doch wieder schreit, obwohl man es sich fest vorgenommen hatte.
Genau das wollte ich wissen, bevor ich mir ein ganz bestimmtes Programm für gewaltfreie Kommunikation gekauft habe.
Als Steuerfachangestellte bin ich es gewohnt, Zahlen zu prüfen, bevor ich urteile, genauso bin ich auch an die elterliche Konfliktbewältigung herangegangen: Erziehungskurs-Test statt Bauchgefühl.
Seit rund drei Jahren vergleiche ich genau solche Programme, seit unser Sohn zum ersten Mal richtig in die Trotzphase gerutscht ist.
Gekauft habe ich mir Konfliktleichtigkeit für Familien, weil der Ansatz mit gewaltfreier Kommunikation auf dem Papier genau das verspricht, was ich brauchte: weniger Eskalation, mehr Sprache.
Gewaltfreie Kommunikation als Basis von Konfliktleichtigkeit für Familien
Der Anbieter ist seit zehn Jahren am Markt, und die im Datenblatt genannte Rückerstattungsrate liegt bei 6,91 Prozent – für ein digitales Infoprodukt in dieser Preisklasse ungewöhnlich niedrig.
Im Kern arbeitet das Programm mit Gewaltfreier Kommunikation nach Marshall B. Rosenberg, einer Methode, die ich hier nicht Schritt für Schritt aufdrösle, weil das an anderer Stelle auf dem Blog schon ausführlich passiert. Wichtiger ist für mich, ob sie mit zwei kleinen Kindern im Alltag überhaupt trägt.

Reicht ein kurzes Einstiegsseminar, oder muss es gleich das große Programm sein?
Bevor ich mich an das GFK-lastige Programm gewagt habe, hatte ich das Trotzphase Videoseminar ausprobiert, ein Einstiegsprodukt mit knapp 28 Minuten Video und einer 30-Tage-Rückerstattungsgarantie.
Als reiner Schnellüberblick funktioniert das ganz gut, mehr aber auch nicht, denn Folgemodule oder einen Community-Zugang gibt es dabei nicht.
Ein Leser namens Veit Schmolke hat mir genau diese Frage gestellt, nachdem er meinen Artikel zur steuerlichen Seite von Erziehungskursen gelesen hatte: ob ein kurzes Seminar reicht oder ob dahinter eine erkennbare pädagogische Schule stehen muss, damit sich die Ausgabe überhaupt lohnt.
Seine eigene Antwort darauf ist eindeutig, er fragt bei jedem Anbieter zuerst nach der Methodik im Hintergrund, und genau da schlägt Konfliktleichtigkeit das Videoseminar deutlich: Ein Kurzformat kann eine ganze Methode kaum seriös vermitteln, dafür braucht es Aufbau über mehrere Module.
Was hat beim Testen nicht funktioniert?
Nicht alles war überzeugend: Eines der ersten Programme, die ich mir überhaupt gekauft habe, war ein teures Dreimonatsprogramm, das ich blind bestellt habe, ohne vorher die Modulübersicht zu prüfen oder auf die Rückgabefrist zu achten.
Diese Ausgabe war ihr Geld nicht wert, jedenfalls nicht so, wie ich sie getätigt habe, und seitdem schaue ich bei jedem Programm zuerst auf Inhaltsverzeichnis und Rückgabebedingungen, bevor der Preis überhaupt eine Rolle spielt.
Zum Vergleich: Das Elternförderprogramm bietet einen kompletten Weg über drei Monate und hat damit einen ganz anderen Umfang als das sprachfokussierte Konfliktleichtigkeit.
Konfliktleichtigkeit selbst hat auch einen Schönheitsfehler: Nach dem Kauf des Hauptkurses taucht ein Zusatzprodukt für etwa 70 Euro auf, das vorher nicht klar kommuniziert wird, und einen direkten Kanal für akute Krisenmomente gibt es ebenfalls nicht.

Und wenn ein Kind besonders intensiv reagiert oder noch sehr klein ist?
Bei einem Kind, das auf Reize besonders stark reagiert, läuft jede noch so gut gemeinte Ich-Botschaft manchmal komplett ins Leere, weil Sprache in diesem Moment schlicht nicht ankommt.
Woran das im Detail liegt und wie man das von einer gewöhnlichen Trotzphase unterscheidet, ist ein eigenes Thema, das ich an anderer Stelle vertiefe, hier reicht der Hinweis, dass kein Kurs diese Einschätzung ersetzt.
Wie GFK sich von anderen pädagogischen Schulen unterscheidet und ob eine Methode überhaupt zu einem gefühlsstarken Kind passt, habe ich in einem separaten Vergleich pädagogischer Konzepte aufgedröselt.
Preis, Rückgabefrist und der Haken mit dem Upsell
Meine Nachbarin Arzu, die eine Etage unter uns wohnt, kauft grundsätzlich bei keinem Anbieter, der die Rückgabefrist nicht klar auf der Hauptseite nennt, und bei Konfliktleichtigkeit muss man dafür ziemlich lange suchen.
Versteckte Kosten sind in der Branche kein Einzelfall, wie ich in meinem Online Erziehungskurs Vergleich zeige, aber ein klar benannter Paketpreis wäre trotzdem fairer gewesen als ein Upsell, der erst nach der Zahlung auftaucht.
Woran man solche Marketing-Fallen grundsätzlich erkennt, bevor man überhaupt auf Kaufen klickt, ist wieder ein eigenes Thema, das den Rahmen hier sprengen würde.
Vor dem Kauf lohnt sich außerdem immer ein Blick in den Modulplan, denn genau der hätte mir beim Dreimonatsprogramm gereicht, um die Finger davon zu lassen.

Die ersten Modul-PDFs von Konfliktleichtigkeit habe ich mir ausgedruckt, noch bevor ich sie gelesen habe, das Blatt kam warm aus dem Drucker, mit diesem frischen Tintengeruch, den ich sonst nur von Steuerunterlagen kenne.
Wer die drei getesteten Programme lieber in Preis pro Woche statt in Bauchgefühl vergleichen will, findet die komplette Rechnung dazu in einem separaten Artikel bei mir, hier soll es um Inhalt und Praxistauglichkeit gehen.
Wie viel Zeit man realistisch pro Woche einplanen sollte, hängt stark von der Kinderzahl ab, dazu habe ich in meinem Artikel über Zeitaufwand für Erziehungskurse mit zwei Kindern mehr geschrieben.
Mein Fazit: für wen sich Konfliktleichtigkeit lohnt
Zehn Jahre Marktpräsenz und eine niedrige Rückgabequote sprechen für das Programm, der unangekündigte 70-Euro-Upsell dagegen, unterm Strich bleibt trotzdem ein positiver Saldo.
Für den günstigen Einstieg ohne große Entscheidung reicht das Trotzphase Videoseminar, auch wenn es nach 28 Minuten schon wieder vorbei ist.
Wer dagegen wirklich an der eigenen Sprache arbeiten will und bereit ist, sich durch die Theorie zu kämpfen, findet in Konfliktleichtigkeit für Familien eine solide Basis, kein Wundermittel, aber ein Programm, das hält, was auf der ersten Seite versprochen wird.