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Stressfreie Erziehung mit Kleinkindern: Welches Programm hilft bei Konflikten?

Mutter und Kleinkind beim ruhigen Gespräch als Symbolbild für stressfreie Erziehung im Erziehung-Vergleich bei Kleinkind-Konflikten

Die Frage, wie viele Erziehungskurse man eigentlich kaufen muss, bevor einer davon tatsächlich etwas an echten Konflikten verändert und nicht nur für ein paar Tage die Laune hebt, beantworte ich nicht theoretisch, sondern mit der Kreditkarte: drei komplett unterschiedliche deutsche Online-Programme, quer durch die Preisklassen, vom 47-Euro-Videoseminar bis zum Programm für knapp 300 Euro. Als Steuerfachangestellte rechne ich lieber nach, statt mich auf ein gutes Bauchgefühl zu verlassen, und genau darum geht es in diesem Vergleich von Erziehungsprogrammen bei Kleinkind-Konflikten: was ein Programm tatsächlich bringt, gemessen an dem, was es kostet.

Woran erkennt man ein Programm, das bei echten Konflikten hilft?

Ein Programm, das vor allem aus hübschen Sales-Pages besteht, erkennt man meistens schon vor dem Kauf: viele Versprechen, kaum konkrete Angaben zu Zeitaufwand oder Modulanzahl. Wer für Kleinkind-Konflikte tatsächlich Hilfe sucht, sollte auf drei Punkte achten, bevor er bezahlt.

Drei Punkte helfen bei der Auswahl: der realistische Zeitaufwand pro Woche, eine Rückgabemöglichkeit für den Fall, dass der Ansatz nicht passt, und ob ein Kurs bei den Eltern selbst ansetzt statt nur bei vorgefertigten Sätzen fürs Kind.

Smartphone mit geöffnetem Erziehungskurs-Video, Symbolbild für den Kauf von Online-Programmen im Erziehung-Vergleich

Der 47-Euro-Kurs liefert Sätze, keine Lösung

Das günstigste der drei Programme war ein reiner Videokurs für 47 Euro, professionell aufgemacht und mit großen Versprechen auf der Verkaufsseite. Schon nach kurzer Zeit war klar, dass ein PDF mit vorformulierten Sätzen für Konfliktsituationen wenig bringt, wenn das Kind sich nicht an das Drehbuch hält. Rechtlich fallen solche Kurse teilweise unter das Fernunterrichtsschutzgesetz, bei reinen Videoinhalten bleibt in der Regel nur die gesetzliche Widerrufsfrist von 14 Tagen – die ich bei diesem Kurs verpasst habe, ein hausgemachter Buchhaltungsfehler. Empfehlenswert ist das Programm aus meiner Sicht nicht: Wer nach einer Lösung für echte Konflikte sucht, bekommt hier vor allem Motivationstext in netter Verpackung.

Drei Programme im Preis-Wochen-Vergleich

Um die drei Kurse überhaupt vergleichbar zu machen, hilft eine simple Rechnung: Gesamtpreis geteilt durch Laufzeit oder Kernmodule. Bei zwei Kindern und dem entsprechenden Kindergeld sind 300 Euro für ein einzelnes Programm eine Ansage – aber erst der Blick pro Woche zeigt, ob sich das lohnt.

Programm-Typ Gesamtpreis Dauer/Inhalt Preis pro Woche Mein Fazit
Video-Seminar 47 € Einmalig - Zu starr, wenig Hilfe
Mittelklasse-Kurs 120 € 6 Wochen 20 € Guter Einstieg in GFK
Mentoring-Programm 297 € 12 Wochen 24,75 € Echte Veränderung
Handschriftliche Tabelle zum Preis-pro-Woche-Vergleich verschiedener Erziehungsprogramme für Eltern-Finanzen

GFK-Grundlagen sind der Einstieg, nicht die Lösung

Der Mittelklasse-Kurs für 120 Euro war ein brauchbarer Einstieg in die Grundlagen der Gewaltfreien Kommunikation (GFK), mehr aber auch nicht. Wirklich etwas verändert hat erst das teuerste der drei Programme, weil es nicht bei den Kindern ansetzte, sondern bei mir. Inhaltlich bewegte es sich in Richtung positiver Erziehung und Konfliktleichtigkeit, um nur die Richtung zu nennen, ohne hier Werbung zu machen. Lukas steckt mit fünf Jahren mitten in ausgeprägten Autonomiebestrebungen, die Ursachen dafür sind allerdings ein eigenes Thema – für diesen Kursvergleich zählte vor allem, wie ich selbst auf steigenden Stresspegel reagiere. Wer die Programme nach Familienkonstellation sortiert braucht, findet dazu mehr in meinem Vergleich zu bedürfnisorientierten Erziehungsprogrammen.

Den eigenen Stresspegel senken, bevor man das nächste Programm kauft

Bevor überhaupt ein bezahltes Programm zum Einsatz kam, habe ich kostenlose Erziehungs-Apps ausprobiert – heruntergeladen, drei Tage genutzt, wieder gelöscht, weil die Übungen oberflächlich blieben und nichts am eigenen Stresspegel änderten. Meine Nachbarin Arzu Şahin, deren Tochter Elif ein halbes Jahr älter ist als Emma, kauft inzwischen grundsätzlich nur noch Programme mit einem Live-Bestandteil oder echten Feedback-Runden – reine Videoware kommt ihr nicht mehr ins Haus. Ein Leser namens Veit Schmolke, der sich nach meinem Text zur steuerlichen Absetzbarkeit von Erziehungskursen gemeldet hatte, schrieb mir kürzlich ziemlich direkt, dass ihm ein bestimmter Methodik-Ansatz einfach nicht liegt, und genau diese Offenheit fehlt auf den meisten Verkaufsseiten. Versteckte Zusatzkosten und die steuerliche Seite solcher Käufe sind eigene Themen, die an anderer Stelle auf diesem Blog ausführlicher behandelt werden.

Welches Programm lohnt sich wirklich bei Kleinkind-Konflikten?

Ein perfektes Kind kauft man sich mit keinem dieser Programme. Kaufen kann man sich aber Struktur, und genau daran lässt sich ein gutes von einem schlechten Angebot unterscheiden. Wenn eine Verkaufsseite seitenlang beschreibt, wie toll alles wird, aber keine konkrete Zeitangabe, Modulanzahl oder Rückgabefrist nennt, lasse ich mittlerweile die Finger davon.

Für mich persönlich war das Ergebnis eindeutig: Der billige Videokurs war rausgeworfenes Geld, der Mittelklasse-Kurs ein netter GFK-Einstieg, und nur das teuerste Programm hat die Konflikte tatsächlich leiser gemacht – nicht weil es teurer war, sondern weil es bei den eigenen Reaktionen ansetzte statt bei vorgefertigten Sätzen fürs Kind. Wer selbst vergleicht, sollte weniger auf die Gesamtsumme schauen und mehr auf den Preis pro Woche gegen das, was an Nerven und Zeit tatsächlich zurückkommt.

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