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Trotzphase Videoseminar im Test: Was der Video-Kurs im Familienalltag bewirkt

Trotzphase Videoseminar im Test: Was der Video-Kurs im Familienalltag bewirkt

Genau 47 Euro hat mich der Klick Ende November gekostet, als Lukas im Supermarkt in der Frankfurter Innenstadt beschloss, dass die Schwerkraft nur für ihn nicht gilt und er sich schreiend zwischen die Bio-Gurken legte. Ich stand da, hatte noch klebrige Gummibärchen-Reste an den Fingern von einem Bestechungsversuch zwei Gänge davor und spürte die Blicke der anderen Kunden wie Nadelstiche im Nacken. In diesem Moment hätte ich vermutlich auch 470 Euro für eine sofortige Lösung bezahlt.

Bevor ich ins Detail gehe: Diese Seite enthält Affiliate-Links. Wenn du über einen dieser Links kaufst, erhalte ich eine Provision – für dich entstehen keine Mehrkosten. Ich empfehle hier nur Kurse, die ich selbst mit meinem eigenen Geld gekauft und an meinen Kindern Lukas und Emma getestet habe. Meine komplette Offenlegung findest du auf der Über-mich-Seite.

Der schnelle Klick: Warum ich das 28-Minuten-Seminar kaufte

Als Steuerfachangestellte bin ich darauf trainiert, Belege zu prüfen und Systeme zu verstehen. Wenn ein Mandant mit einem Schuhkarton voller Quittungen kommt, sortiere ich das. Aber Lukas’ Trotzphase war ein Schuhkarton ohne Boden. Das Trotzphase Videoseminar [Einstieg] war mein Versuch, eine schnelle Systematik in das Chaos zu bringen. Der Anbieter ist seit stolzen 8.7 Jahren am Markt, was in der Welt der Online-Kurse fast schon eine Ewigkeit ist.

Ich suchte nach einem schnellen Input zwischen zwei Steuererklärungen und dem Abendessen. Das Versprechen: Sofortige Hilfe. Die Realität beim ersten Sichten? Das Kernvideo dauert exakt 28 Minuten. Ich saß an einem späten Abend im Wohnzimmer, als das Haus endlich still war. Das kalte, blaue Licht meines Laptop-Bildschirms spiegelte sich in meiner Brille, während ich versuchte, in einer halben Stunde zu begreifen, wie das Gehirn meines Fünfjährigen funktioniert.

Nahaufnahme von Notizen zum Trotzphase Videoseminar auf einem Schreibtisch

Analyse der Inhalte: Reicht eine halbe Stunde für echte Erziehung?

Man muss ehrlich sein: In 28 Minuten kann man die Welt nicht retten und ein Kind nicht umprogrammieren. Ich dachte mir in diesem Moment: Ich habe schon mehr Zeit damit verbracht, eine einzige Reisekostenabrechnung zu prüfen, als dieses Video braucht, um mir das Gehirn meines Kindes zu erklären. Das Seminar liefert eine solide Übersicht über die Autonomiephase, kratzt aber eben nur an der Oberfläche.

Es werden Begriffe wie die Gewaltfreie Kommunikation (GFK) gestreift, aber nicht tief genug geübt. Wer eine fundierte Qualität von Erziehungsprogrammen beurteilen will, merkt schnell, dass dieses Format eher ein Snack als ein Hauptgang ist. Es ist perfekt für Eltern, die absolut keine Zeit haben und nur verstehen wollen, dass ihr Kind nicht „böse“ ist, sondern sich gerade entwickelt.

Der Vergleich zum Dreimonatsprogramm

Im Vergleich zum Elternförderprogramm [Kompletter Weg], das auf eine Dauer von 3 Monaten ausgelegt ist, wirkt das Videoseminar wie ein Beipackzettel gegen eine mehrbändige Enzyklopädie. Während das Elternförderprogramm versucht, den gesamten Alltag umzustrukturieren, liefert das Videoseminar nur erste Hilfe. Das spiegelt sich natürlich auch im Preis wider, ist aber ein wichtiger Punkt für die Erwartungshaltung.

Die Umsetzung im Frankfurter Alltag

Anfang Januar, an einem dieser grauen Dienstage, kam die Belastungsprobe. Lukas wollte die blauen Socken, die aber in der Wäsche waren. Ich versuchte es mit einer der Techniken aus dem Seminar – einer GFK-basierten Ich-Botschaft. Aber mein Tag im Büro war lang, die Kaffeemaschine war kaputt und meine Stimme war so gepresst, dass die „Ich-Botschaft“ mehr wie eine unverhohlene Drohung klang als nach einem empathischen Gefühl.

Hier liegt das Problem der kurzen Videokurse: Die Theorie ist in 28 Minuten im Kopf, aber die Handhabung im Affekt braucht Training. Das ist der Trade-off, den ich beobachtet habe: Die sofortige Verfügbarkeit spart zwar Zeit bei der Wissensaneignung, führt jedoch langfristig zu einer geringeren nachhaltigen Umsetzung als personalisierte oder länger begleitete Programme. Man weiß zwar, was man tun sollte, aber man hat es nicht verinnerlicht.

Ein tiefer sitzender Knoten bildete sich in meinem Magen, als das Video nach knapp einer halben Stunde endete und sofort ein Upsell-Angebot für ein teureres Programm auf dem Bildschirm aufploppte. Das ist legitim, fühlte sich in dem Moment der totalen Erschöpfung aber ein bisschen nach „Köder“ an.

Fazit: Für wen sich die 47 Euro lohnen

Wer nach einer Antwort auf Wutanfälle in der Öffentlichkeit sucht, bekommt hier die psychologischen Basics. Wenn du aber eine echte Verhaltensänderung bei dir selbst und deinem Kind suchst, wirst du mit 28 Minuten Material wahrscheinlich nicht glücklich. Es ist ein guter Einstieg, um die eigene Einstellung zu ändern, aber kein Werkzeugkasten für die harten Kämpfe am Wickeltisch oder im Supermarkt.

An einem verregneten Nachmittag im Februar habe ich gemerkt, dass mir die Tiefe fehlt. Ich habe dann doch noch das ausführlichere Elternförderprogramm im Test für uns entdeckt, weil ich als Steuerfachangestellte eben doch lieber das gesamte Gesetzbuch lese, statt mich auf eine kurze Zusammenfassung zu verlassen. Wer aber nur einen schnellen Impuls braucht und die 30-Tage-Geld-zurück-Garantie als Sicherheit schätzt, macht mit dem Trotzphase Videoseminar [Einstieg] für den Anfang nicht viel falsch.

Wenn du wirklich tiefgreifende Probleme und tägliche Kämpfe hast, spar dir die 47 Euro lieber für ein Programm, das dich über Wochen begleitet. Wenn du aber nur mal kurz wissen willst, warum dein Kind gerade „nein“ zu allem sagt, ist das Seminar ein fairer Deal für den Preis eines Abendessens beim Italiener um die Ecke.

7.8

Trotzphase Videoseminar [Einstieg]

Vorteile

  • ✔ Sehr niedrige zeitliche Hürde für extrem gestresste Eltern
  • ✔ Lange Markterfahrung des Anbieters (über 8 Jahre)
  • ✔ Faire 30-Tage-Geld-zurück-Garantie für Risikofreie

Nachteile

  • − Inhaltlich mit 28 Minuten sehr oberflächlich
  • − Direktes Upsell-Marketing nach Kursende wirkt störend
Zum 28-Minuten-Seminar →

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